15.12.2020

MinRessource - Deponiebedarf für mineralische Abfälle in Sachsen bis 2035

Projektlaufzeit: 11/2016 bis 11/2020

Projektziel

Ermittlung des zukünftigen Deponiebedarfs für mineralische Abfälle im Rahmen des Abfallwirtschaftsplanes 2015 2035 mithilfe von verschiedenen Szenarien für das Gebiet des Freistaates insgesamt, als auch getrennt für die Regionen Dresden, Leipzig und Chemnitz

Projektergebnisse

Mineralische Bauabfälle bilden in Deutschland und in Sachsen den bedeutendsten Abfallstrom. Im Rahmen des Projektes wurden die dazu zählenden mineralischen Abfälle Bodenmaterial, Bauschutt, Straßenaufbruch, Gleisschotter, Baustoffe auf Gipsbasis und sonstige mineralische Abfälle betrachtet.

Im Freistaat Sachsen wurden im Jahr 2016 rund 8,9 Mio. t deponierelevante mineralische Abfälle entsorgt, davon 4,2 Mio. t Boden und Steine, 3,5 Mio. t Bauschutt, 1 Mio. t Straßenaufbruch und 256.000 t sonstige deponierelevante mineralische Abfälle (ohne Abfälle aus thermischen Prozessen).

Für das Recycling sind diese Abfälle ein großes Wertstoffreservoir. Ein Teil wird auf Deponien entsorgt. Ein Großteil dieses Abfallstroms wird jedoch zur Verfüllung übertägiger Abbaustätten genutzt.

Für die Ermittlung des Deponiebedarfes bis zum Jahr 2035 wurden die o.g. Abfälle betrachtet, die potenziell auf Deponien der Deponieklassen (DK) 0 und I entsorgt werden müssen.
Um die Bandbreite der wahrscheinlichen Entwicklungen aufzeigen, wurden drei verschiedene Szenarien erstellt. Für die Prognose wurden Statistiken des Statistischen Landesamtes Sachsen zu den Mengen in Beseitigungs und Verwertungsanlagen der Jahre 2012 – 2016 herangezogen.

Ausgehend von der bisherigen Mengenentwicklung im Freistaat Sachsen und der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung sowie unter Berücksichtigung von weiteren Einflussfaktoren (u. a. Entwicklung im Hoch und Tiefbau, Straßen- und Wegenetz) wird für das Jahr 2035 ein potenzielles Mengenaufkommen von 9,6 Mio. t mineralischer Abfälle prognostiziert.

Im Freistaat Sachsen befinden sich derzeit zwei Deponien der Klasse 0 und eine 2018 in Betrieb genommene Deponie der Klasse I in der Ablagerungsphase. Neben den Deponien in der Ablagerungsphase gibt es sechs Deponien der Klassen 0 und I in der Stilllegungsphase, die Abfälle zur Verwertung annehmen. Des Weiteren sind zwei DK0- und eine DK-I-Deponie genehmigt, jedoch noch nicht errichtet.

Fazit aus den untersuchten drei Szenarien:
DK0-Deponien:      Restlaufzeit von zehn Jahren (bis 2026).
DKI-Deponien:       Deponiebedarf verdoppelt sich bis zum Jahr 2035;
                              Restlaufzeit bis deutlich über das Jahr 2035 hinaus.

Auswirkungen auf den Deponiebedarf haben auch sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen. Zu erwarten sind z. B. Verschiebungen von Mengen mineralischer Abfälle aus nicht bestandsgeschützten Tagebauen auf Deponien und das Verbot der Verwertung von Straßenausbaustoffen mit teer/pechtypischen Bestandteilen.

Ansprechpartnerin

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 41: Wertstoffwirtschaft

Ines Friederich

Telefon: (0351) 8928-4104

E-Mail: Ines.Friederich@smekul.sachsen.de

Publikation MinRessource - Deponiebedarf für minderalische Abfälle in Sachsen

Herausgeber

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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